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Grundschule Sippersfeld Rheinland-Pfalz

Die 4a und die 4b auf großer Reise

Am Mittwoch, den 29.08. 2018 versammelten sich die Kinder der beiden vierten Klassen mit ihren Lehrerinnen Frau Horr und Frau Krauß am Bahnhof in Winnweiler, um sich gut gelaunt und voller Tatendrang auf Klassenfahrt zu begeben. Kurz vor 9 Uhr saßen alle aufgeregt im Zug Richtung Bacharach. Nach einem kurzen Aufenthalt zum Umsteigen in Bingen kamen wir nach ca. 1,5 h in Bacharach an. Dort wartete bereits ein Kleinbus auf uns, der unser Gepäck zur Jugendherberge bringen sollte. Wir selbst begaben uns zunächst zu einem Spielplatz direkt am Rhein, um unser Frühstück einzunehmen und uns für den anstrengenden Weg zur Burg Stahleck zu stärken. Nach einem kurzen Spaziergang entlang des Rheins und einem ersten Beschnuppern der gemütlichen Kleinstadt erklommen wir motiviert die ersten Stufen, um alsbald festzustellen, dass diese gar kein Ende zu nehmen schienen. Doch nach  unglaublichen 363 Stufen hatten wir es geschafft und betraten den Innenhof der Burg, von dem aus wir eine wundervolle Aussicht auf den Rhein hatten. (...)

Am Nachmittag machte uns leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nach dem Mittagessen und dem Beziehen der Zimmer stand eine Stadtrallye zum genaueren Erkunden von Bacharach auf dem Plan. Doch kaum waren wir im Park am Rhein angelangt, hatten mithilfe eines Wettbewerbs die Gruppen eingeteilt und wollten gerade losmarschieren, als es anfing zu tröpfeln und auch zu blitzen und zu donnern. Dies bedeutete, dass wir unverzüglich den Rückweg zur Burg antraten und – mit anderen Worten – ein zweites Mal die 363 Stufen erklommen. Damit war zunächst bis zum Abendessen freies Spielen, bspw. Tischtennis im Burgturm, Karten- und Brettspiele auf den Zimmern etc. angesagt. Nach dem Abendessen demonstrierten die Viertklässler, dass die Schüler unserer Mosaik-Grundschule nicht umsonst für ihre sportlichen Leistungen und ihre Ausdauer bekannt sind. Beim Erkunden eines längeren Serpentinenweges an den Ortsrand von Bacharach entbrannte ein Wettbewerb: ein Stück  entlang der Stadtmauer führte ein schmaler und sehr steiler Pfad, der nahezu nur mit Hilfe eines Seiles erklommen werden konnte. In Dreiergruppen wagten sich fast alle Kinder diesen Weg zu erkunden, sehr viele waren so motiviert, dass sie den Aufstieg sogar mehrmals bewältigten. Bei Anbruch der Dunkelheit wurden die Sichtverhältnisse jedoch zu schlecht und wir setzten den Weg nach unten fort, um einen Spaziergang über die Stadtmauern und durch die gemütlichen Gässchen zu machen. Danach – wie sollte es auch anders sein? - mussten wir natürlich wieder zurück in die Jugendherberge auf die Burg, was bedeutete, ein drittes Mal die Beine mithilfe von 363 Stufen zu trainieren. Oben angekommen war es zwar mittlerweile weit nach 21 Uhr, doch war der Tag noch längst nicht zu Ende. In einem Rittersaal im Keller versammelten sich alle bei romantischem Kerzenlicht, um dem Geburtstagskind Tarek ein Ständchen zu bringen und mit leckerem Kuchen mit ihm zu feiern.

Am zweiten Tag stand ein großer erlebnisreicher Ausflug an. Nach dem Frühstück und ausgestattet mit einem Lunchpaket begaben wir uns zuerst zum Bahnhof, um von dort mit dem Zug nach St. Goar zu reisen. Nun setzten wir mit der Autofähre über nach St. Goarshausen und starteten dort unsere Wanderung zur Loreley. Im Sachunterricht hatten wir bereits gelernt, dass der Loreleyfelsen sich auf einer Höhe von ca. 130 m befindet, sodass wir nicht wirklich über den Weg überrascht sein konnten, denn dieser führte natürlich bergauf. Zunächst – wir hatten ja bereits Übung – mussten wir unzählige Stufen überwinden. Danach  führte der Weg schlangenförmig an der Burg Katz vorbei weiter zu einem Aussichtspunkt, an dem wir in aller Ruhe eine Pause einlegten und unser zweites Frühstück einnahmen. Nun hatten wir es auch bald geschafft, die meisten Höhenmeter waren bewältigt und der Weg führte micht mehr ganz so steil weiter zum Loreleyplateau. Oben angekommen erwartete uns Sabine, die uns ausführlich und anschaulich die Sage von der Loreley näher brachte und uns zu dem bekannten Aussichtspunkt führte. Jetzt ging es weiter zur Sommerrodelbahn, die für die meisten Kinder sicherlich eines der schönsten Erlebnisse der gesamten Klassenfahrt war. Zu Beginn wurde die gesamte Gruppe informiert, wie man mithilfe des Brems- bwz. Beschleunigungshebels die Fahrtgeschwindigkeit selbst bestimmen kann. Dann ging es endlich los: In komfortablen Schlitten, in denen man alleine oder zu zweit sitzen konnte, wurden wir mit einem Liftsystem zur Bergstation befördert.  Dort begann die actionreiche 700m lange Abfahrt mit zahlreichen Kurven und Wellen. Viel zu schnell waren die drei Abfahrten, die für jedes Kind vorgesehen waren, vorbei. Bevor wir jedoch den Rücktritt antraten, genossen wir zur Feier des Tages ein leckeres Eis. Nun führte der Weg selbstverständlich bergab, denn schließlich mussten wir jetzt wieder die Rheinhöhe erreichen. Während uns der Aufstieg am Morgen viel Zeit und Kraft gekostet hatte, waren wir nun nach knapp 20 Minuten bereits unten angelangt. Da der Rhein zurzeit extrem wenig Wasser führt, beschlossen wir, nicht den Weg entlang der Straße sondern den unterhalb der Straße zu nehmen. Gewöhnlich wäre dieser Weg viel zu waghalsig gewesen, da die Gefahr ins Wasser zu stürzen und von der Strömung mitgerissen zu werden, viel zu groß gewesen wäre. Doch zum Zeitpunkt unseres Besuches, war das Wasser soweit zurückgewichen, dass es viele Meter vom Weg entfernt und dieser damit völlig ungefährlich war.

In St. Goarshausen legte nach wenigen Minuten Wartezeit auch schon das Personenschiff an, mit dem wir gemütlich über den Rhein zurück nach Bacharach fuhren. Ausgeruht durch die fast eineinhalbstündige Schifffahrt hatten wir genügend Kraft getankt, um die 363 Stufen, die uns nun erwarteten, mit Leichtigkeit zu bewältigen. Einige Schüler waren sogar so motiviert, dass sie um Erlaubnis baten, rennen zu dürfen. Da sie damit einverstanden waren, dass wir Lehrerinnen nicht mitrannten, gestatteten wir ihnen dies natürlich großzügig. Oben angekommen erklärte sich ein Junge sogar bereit „nochmal schnell“ nach unten zu rennen um zu schauen, wo die Nachzügler blieben. Das Abendessen hatten sich nun alle wahrhaftig verdient und ließen es sich schmecken. Der Rest des Tages stand für jeden zur freien Verfügung. Die Kinder genossen es, sich auf ihren Zimmern aufzuhalten, mit anderen zu erzählen oder zu spielen oder ihre Zimmernachbarn zu besuchen. Am späten Abend jedoch war deutlich, dass nun doch zwei anstrengende Tage hinter uns lagen. Die Nacht wurde nicht mehr allzu lange zum Tag gemacht, sodass gegen Mitternacht alle friedlich in ihren Betten schlummerten.

Am nächsten Morgen war noch vor dem Frühstück das Packen der Taschen und Koffer angesagt. Diese wurden erneut mit einem Kleinbus für uns transportiert. Gegen 9.30 Uhr begannen wir den Abstieg und genossen ein letztes Mal den herrlichen Ausblick von oben auf den Rhein. Müde und zufrieden saßen wir alsbald wieder im Zug und kamen fast pünktlich gegen 11.30 Uhr in Winnweiler. Auch wenn die Zeit der Klassenfahrt viel zu schnell vorbeiging und sehr erlebnisreich war, freuten sich doch alle sehr, am Bahnhof wieder ihre Eltern, Großeltern und Geschwister zu sehen. Und auch wir Lehrerinnen waren froh, denn es ist immer ein Dankgebet wert, wenn am Ende einer Reise alle wieder wohlbehalten zurückkehren.